Zum Inhalt springen
kirsten schneider

kirsten schneider

    • mojave desert
    • roadtrip
    • almost famous
    • hollywood
    • insomnia
    • friends
    • just married
  • artist statement
  • about
  • contact
de/en

„Das abgelaufene Polaroidmaterial verschiebt die Wirklichkeit gerade weit genug, um ihr näher zu kommen.“

Meine Polaroidserien entstanden zwischen 1996 und 2006 während meiner Jahre in Los Angeles. Fotografiert in Hollywood, Venice Beach, der Mojave-Wüste und an vielen Orten Südkaliforniens, zeigen sie Menschen, Landschaften und Momente eines gelebten Lebens. Für die Aufnahmen verwendete ich bereits abgelaufenes Polaroidmaterial. Dessen veränderte chemische Eigenschaften griffen unmittelbar in die Bildentstehung ein: Farben verschoben sich, Licht brach aus, Konturen verloren ihre Eindeutigkeit. Die Unschärfen, Farbverschiebungen und chemischen Auflösungen wurden zu einem wesentlichen Bestandteil der Bilder und entsprachen meiner Art zu fotografieren, bei der mich weniger Perfektion als die Flüchtigkeit des Augenblicks interessierte. Die Fotografien entstanden aus dem Versuch, eine Wirklichkeit festzuhalten, die mir oft schon im Moment ihres Erlebens unwirklich erschien. Das abgelaufene Polaroidmaterial verschob die Wirklichkeit gerade weit genug, um ihr näher zu kommen. Es spiegelte eine Welt, die zugleich real und unwirklich war, voller Schönheit, Widersprüche und Unvollkommenheit.

Mit den Jahren wurde mir bewusst, wie sehr die Eigenheiten des Materials auch von Zeit, Erinnerung und Vergänglichkeit erzählen. Wie Erinnerungen bewahren die Bilder Atmosphären und Gefühle, während Details verschwinden. Sie zeigen nicht nur vergangene Momente, sondern auch, wie sich unser Verhältnis zu ihnen verändert. Wenn ich die Fotografien heute betrachte, begegnen mir Orte, Menschen und Erfahrungen, die längst vergangen sind. Vieles erscheint vertraut, manches kaum noch greifbar. Immer wieder überrascht mich, wie viel vergessen werden kann, und wie viel in einem einzigen Bild erhalten bleibt.

Die Bilder erzählen von dem Wunsch, flüchtige Augenblicke festzuhalten, obwohl sie sich nie ganz bewahren lassen. Sie handeln von Erinnerung und Vergänglichkeit, aber auch von der Erfahrung, dass Wirklichkeit oft weniger eindeutig ist, als sie erscheint. Gerade in ihren Unschärfen, Brüchen und Verschiebungen kommen die Fotografien dem Gefühl des gelebten Lebens näher als eine perfekte Abbildung.

  • legal notice
  • privacy policy

© Kirsten Schneider 2026